Bechsteinfledermaus

Bechsteinfledermaus | Foto: Otto Schäfer

Die Bechsteinfledermaus gilt als typische Waldbewohnerin. Sie ist eine mittelgroße Fledermausart mit auffallend großen Ohren. Vergleichbar mit den beiden Langohr-Fledermausarten kann sie Insekten anhand ihrer Raschelgeräusche im Kronenbereich von Bäumen oder auch am Boden verhören und diese erbeuten. An die Jagd inmitten der Vegetation ist die Bechsteinfledermaus bestens angepasst. Sie verlässt ihr Sommerquartier zur Nahrungssuche nur in einem Umkreis von 1 bis 2 km. Als Lebensraum dienen deswegen naturnahe alte Wälder mit hohem Laubbaumanteil. Eichen mit Spechthöhlen fungieren dabei häufig als Behausungen. Hervorzuheben ist die Nutzung eines Straßenlaternen-Betonmastes in Sachsen als Wochenstubenquartier. Aus aktuellen Untersuchungen wurde erstmalig eine Reproduktionsgemeinschaft der Art im westlichen Sachsen bekannt. Grundsätzlich weiß man wenig über Fortpflanzungstätten der Bechsteinfledermaus weil die Art bei uns sehr selten vorkommt. Erschwerend kommt hinzu, dass sie zu den leise rufenden Fledermausarten zählt und deshalb anhand ihrer Ultraschall-Rufe nur schwer detektiert werden kann.

Im Winter wird die Bechsteinfledermaus vor allem in Stollen und ehemaligen Bergwerken angetroffen. Hier sorgen homogene Temperaturen und eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit dafür, dass die Tiere die kalten Monate ungestört überdauern können. Die meisten Nachweise von Winterquartieren liegen in Sachsen aus dem Osterzgebirge und der Sächsischen Schweiz vor.


Kurzübersicht

ArtnameBechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii)
AutorKuhl, 1817
Gewicht7–10 g
Flügelspannweite26–29 cm
Rote Liste Deutschland2
Rote Liste Sachsen2
Reproduktion in SachsenJa
Überwinterung in SachsenJa
Typische SommerquartiereBaumhöhlen, Fledermauskästen
Typische WinterquartiereStollen, Bergwerke, Keller
LieblingsnahrungSchmetterlinge, Käfer, Schnaken, Florfliegen
Rote Liste: 0 = ausgestorben oder verschollen, 1 = Vom Aussterben bedroht, 2 = stark gefährdet, 3 = gefährdet, G = Gefährdung unbekannten Ausmaßes, R = extrem selten, V = Vorwarnliste, * = ungefährdet, D = Daten unzureichend

Vorkommen der Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii) in Sachsen ab 2005 (Blaue Punkte). Rote Punkte: Wochenstuben ab 2005 | Karte: Zentrale Artdatenbank (ZenA) beim LfULG, Stand Mai 2018.

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Diese Maßnahme wurde 2018–2020 mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes. Die Förderung erfolgt durch das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft.