Jahresrückblick 2020

Fledermausschutz und Quartierpaten vor neuen Herausforderungen

Beobachtung von 2 Bläulingen im Striegistal während der Quartierpatenschulung | Foto: Ulrich Zöphel

Ein komisches Jahr neigt sich dem Ende zu.

Im Januar wurden fleißig Winterquartierkontrollen unternommen mit überraschenden Zählergebnissen in der Grube Tannenberg. Der Dresdner Fledermaus-Stammtisch feierte am 16.01.2020 sein 1-jähriges Bestehen. Später durften wir ein noch größeres Jubiläum feiern: In einem ehemaligen Kalkwerk im Osterzgebirge fand die 100. Befahrung statt und wir blickten zurück auf 50 Jahre Geschichte der Beringung in einem Winterquartier in Sachsen.

Im Frühjahr wurden Fledermäuse dann sehr präsent in den Medien - doch leider negativ konnotiert. Insbesondere wegen der Virenlast asiatischer Fledermausarten wurden die Tiere für das Auftreten des neuen SARS-Cov-2-Virus verdächtigt. Unsere heimischen Fledermäuse tragen dieses jedoch nicht in sich und können niemanden damit anstecken. Die Auswirkungen der Pandemie bekamen wir alle zu spüren, im Privatleben sowie auf Arbeit. Auch im sächsischen Fledermausschutz fielen zahlreiche Veranstaltungen aus, darunter auch die Sächsische Fledermaustagung.

Alle Teilnehmer der Quartierpatenschulung trafen sich im Striegistal und durften einander kennenlernen. | Foto: Bianka Schubert
Das Besondere am Striegistal ist sein Reichtum an vielen kleinen Höhlen, die von Fledermäusen genutzt werden können. Die Teilnehmer der Quartierpatenschulung konnten einige dieser Höhlen kennenlernen. | Foto: Bianka Schubert

Nur eine von ursprünglich drei geplanten Quartierpatenschulungen konnte stattfinden, dafür aber mit reger Beteiligung. Um insbesondere Neulingen einen fachlich guten Einstieg in die Fledermauserfassung und -bestimmung zu bieten, wurde im Juli ein Bestimmungsseminar im Mittelsächischen Hügelland angeboten. Die Region bietet abwechslungsreiche Habitate sowie Quartiere, die während dieser Jahreszeit intensiv von Fledermäusen beflogen werden. Die Veranstaltung war bereits nach zwei Wochen ausgebucht und hinterließ bei allen 20 Teilnehmern einen bleibenden Eindruck.

Für Fledermausinteressierte und Quartierpaten wurden außerdem im kleinen Rahmen Netzfänge in Reitzendorf, Bärenstein, Zittau, Schneckenstein und Neusalza-Spremberg zu Schulungszwecken durchgeführt. Größere Veranstaltungen waren öffentliche Fledermausabende in Blockhausen und im Schlosspark Schlettau sowie die ehrenamtlich durchgeführten Erfassungaktionen sächsischer Fledermausfreunde.

An einigen Dachflächen in Blockhausen befinden sich Fledermausquartiere. Um die Tiere besser bestimmen zu können, wurden im Rahmen eines Fledermausbends Netze aufgespannt. | Foto: Bianka Schubert
Ergebnisse eines Netzfanges in der Hand: Bei Abendsegler und Zwergfledermaus sieht man deutlich die Größenunterschiede kleiner und großer Fledermausarten. | Foto: Bianka Schubert

Dankbar blicken wir auf die zurückliegenden Monate zurück, denn, obwohl die Zeiten manchmal düster schienen, brachten sie auch Positives hervor: das Quartierpatenprojekt wurde bis zum 31.12.2020 verlängert. Daneben wurden in der Kirche Blankenstein Optimierungsmaßnahmen vorgenommen, um die hier vorhandene Langohrkolonie zu stärken. Trotz ausgebliebener Projektwerbung gingen bis August zahlreiche Meldungen zu Fledermausbeobachtungen ein. Glücklicherweise wurde mit Beginn der Wochenstubenzeit die Ausgangssperre beendet, sodass hier gezielt Quartierkontrollen durchgeführt werden konnten. Über diesen Zeitraum fanden sich über zehn neue Quartierpaten sowie einige neue Fledermausquartiere: je eine Wochenstube von der Kleinen Bartfledermaus und der seltenen Nordfledermaus, zwei Wochenstuben der Mückenfledermaus, drei Sommerquartiere beziehungsweise Wochenstuben der Breitflügelfledermaus und vier mit Zwergfledermäusen. Die Anzahl der Quartierpaten ist nunmehr auf 77 und die der Quartiere auf 122 angestiegen. Damit ist aber noch kein Ende in Sicht denn eine weitere Projektverlängerung ist in Aussicht...

Wir bedanken uns bei der Sächsischen Landesstiftung für Natur und Umwelt und dem Patenteam vom NABU-Bundesverband. Ein großer Dank geht auch an alle Unterstützer und Teilnehmenden im Quartierpaten-Projekt sowie allen ehrenamtlichen Fledermausfreunden und Berufskollegen.


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Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes. Die Förderung erfolgt durch das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft.