Aktuelle Rote Liste der Säugetiere

Aufatmen bei der Kleinen Hufeisennase - aufpassen beim Grauen Langohr

Die neue bundesweite Rote Liste der Säugetiere ist am 08.10.2020 erschienen und präsentiert einen aktualisierten Gefährdungstatus von 97 Säugetierarten in Deutschland.

Welche neuen Erkenntnisse können wir hier für unsere heimischen Fledermäuse sehen?

25 Fledermausarten leben in Deutschland, davon sind bereits 22 in Sachsen nachgewiesen. Insgesamt 8 Fledermausarten gelten auf bundesweiter Ebene als ungefährdet - ihre Bestände sind stabil und die Tiere flexibler gegenüber Umwelteinflüssen. Auf der Vorwarnliste bleibt der Abendsegler (V) während die Alpenfledermaus insgesamt nur sehr selten auftritt (R). Unzureichende Daten um über eine Gefährdungskategorie zu entscheiden gibt es von Kleinabendsegler und Zweifarbfledermaus (D). Früher ebenso eingestuft wurde die Teichfledermaus, bei der man nun aber eine Gefährdung unbekannten Ausmaßes annimmt (G). Jeweils drei Fledermausarten wurden in die höchsten Gefärdungskategorien eingestuft: als gefährdet (3) gelten Braunes Langohr, Breitflügel- und Nordfledermaus (alle drei hochgestuft!) und als stark gefährdet (2) zählen die Bechstein- und Mopsfledermaus sowie erfreulicherweise (weil abgestuft) die Kleine Hufeisennase. Vom Aussterben (1) bedroht bleibt die Große Hufeisennase und erschreckenderweise nun das Graue Langohr und die Nymphenfledermaus.

Letztere beiden Arten kommen auch bei uns in Sachsen vor. Die Nymphenfledermaus ist noch relativ neu in der Fledermausfauna aber der Kenntnisstand nimmt jährlich zu. Als opportunistisch waldbewohnende Fledermausart ist sie auf Eichen- und Altbaumbestände sowie Rindenspalten angewiesen. Ebenso wie die Bechsteinfledermaus ist sie eine Waldreliktart und steht mit ihrem Vorkommen indikatorisch für einen Urwaldbestand. Ähnlich verhält es sich mit dem Grauen Langohr als ausschließlich gebäudebewohnende Fledermausart. Die frühere Dorffledermaus, die zwischen Sommer- und Winterquartier keine großen Strecken zurücklegt, wurde vor Jahrzehnten noch vielfach in Hauskellern und Kirchdachböden beobachtet. Doch Häuser werden saniert und Quartiere zerstört. Die Wochenstuben zählen nur noch wenige Weibchen, wo der Ausfall einzelner Tiere erhebliche Auswirkungen auf den Fortbestand der Kolonie haben kann. Wir können uns also nur an den gezielten und erfolgreichen Maßnahmen für die Kleine Hufeisennase orientieren, wodurch sich die Kolonien nicht nur bundesweit sondern auch in Sachens etwas erholt haben.

Am 08.10.2020 präsentiert das Bundesamt für Naturschutz die aktualisierte bundesweite Rote Liste der Säugetiere. | Abb.: Bundesamt für Naturschutz - https://www.bfn.de/presse/pressemitteilung.html?no_cache=1

weiterführende Links:

https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/roteliste/Dokumente/2020_10_08_Pressehintergrund_Rote_Liste_Saeugetiere.pdf

Neue Rote Liste des BfN (2020): https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/roteliste/Dokumente/NaBiV_170_2_Rote_Liste_Saeugetiere.pdf?fbclid=IwAR1KYuvqU859w9YTYqqHL8SyuAu3GZtxD31suf-_rXbbcEYznRHeUs3ECMQ

Rote Liste Sachsen (2015): https://www.natur.sachsen.de/download/natur/RL_WirbeltiereSN_Tab_20160407_final.pdf


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