Alpenfledermauscamp in der Sächsischen Schweiz

Teilnehmer des Alpenfledermauscamps posieren für das Gruppenfoto am Kleinhennersdorfer Stein in der Sächsischen Schweiz | Foto: Bernd Ohlendorf

"Wer seid ihr denn?“, fragte der eine oder andere verdutzte Wanderer in der Sächsischen Schweiz im August, als ein Trupp von 25 Leuten seinen Weg kreuzte. So viele Fledermauskundler waren anlässlich des Alpenfledermauscamps vom 16. bis 18. August gemeinsam im Wald zwischen Gohrisch und Papstdorf unterwegs, um nach Standorten zu suchen, Fledermäuse zu erfassen und vor allem um Netzfänge durchzuführen.

Hintergrund der Aktion war, dass seit geraumer Zeit das Vorkommen der Alpenfledermaus in Sachsen vermutet wird. Denn zum einen wurde diese Art bereits im tschechischen Elbtal nahe der deutschen Grenze nachgewiesen; zum anderen gab es ominöse Rufaufnahmen mittels Ultraschalldetektor in einigen anderen Regionen Sachsens. In der Annahme, dass die Tiere die Elbe als Flugroute und Wanderkorridor nutzen, wurde dieser grenznahe und gleichzeitig strukturreiche Landschaftsraum ausgewählt, um die groß angelegte Erfassungsaktion zu verwirklichen.

In den strukturreichen Sandsteinfelsen mit zahlreichen Felsspalten werden etliche Fledermausquartiere vermutet | Foto: Heiko Goldberg
Steile Felswände - wie dieser Steinbruch - wurden mit großen Fangnetzen abgespannt um dort jagende oder Quartier suchende Fledermäuse abzufangen | Foto: Bianka Schubert

Gefangen wurde an der Elbe, wobei auch Hotelgäste und zahlreiche Passanten in Bad Schandau Zeuge der Erfassung werden durften, sowie in den linkselbischen Bergen und Wäldern. Die Alpenfledermaus ging letztlich leider nicht ins Netz, dafür elf andere Fledermausarten, wie zum Beispiel die Mops- und Bechsteinfledermaus.

Organisiert wurde das Wochenende vom Landesfachausschuss Fledermausschutz Sachsen sowie vom Arbeitskreis Fledermäuse Sachsen-Anhalt e. V.

Mit einer Fanghöhe von 8 Metern wurden diese feinmaschigen Puppenhaarnetze aufgespannt. Die Fledermäuse wurden sofort nach dem Einflug aus dem Netz genommen und bestimmt | Foto: Heiko Goldberg
Unmittelbar an der Elbe in Bad Schandau ist eine Nordfledermaus (Eptesicus nilssonii) ins Netz gegangen | Foto: Maxim Ludwig

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19.02.2021–21.02.2021
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Ort18292 Neu Sammit bei Krakow am See, Mecklenburg-Vorpommern
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Beringertagung der Fledermausmarkierungszentrale Dresden
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OrtBiosphärenservatsverwaltung Karstlandschaft Südharz, Roßla, LK Mansfeld-Südharz
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Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes. Die Förderung erfolgt durch das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft.