"Fledermausnachwuchs" wird geschult

Am Veranstaltungsabend wurden mit speziellen Fangnetzen Fledermäuse gefangen. An den Tieren wurden den Teilnehmern Bestimmungsmerkmale aufgezeigt. | Foto: Heiko Goldberg

Um Quartierpate beim NABU Sachsen zu werden, benötigen angehende Fledermausbetreuer eine solide Ausbildung, in der sie den Umgang mit den Tieren erlernen. Der NABU veranstaltete deshalb im Mai zwei Fledermausschulungen, die zahlreich besucht wurden.

Am 18. Mai bot Bianka Schubert vom Quartierpatenprojekt den 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in der Naturschutzstation Neschwitz einen Einblick in die Fledermausbestimmung im Quartier und in der Freilandbeobachtung. Gemeinsam mit dem ortsansässigen Fledermausbetreuer Arnulf Sachse bauten alle Teilnehmer anschließend Fledermauskästen, die sie später mit nach Hause nehmen konnten. Der Schlosspark in Neschwitz beherbergt selbst seit Jahrzehnten Fledermäuse in einem Gewölbe. So war es möglich, allen Anwesenden live eine Fransenfledermaus im Spaltenquartier zu zeigen. Direkt neben der Naturschutzstation hatte außerdem eine Abendseglerkolonie in einer alten Eiche Quartier bezogen. Mit dem Beobachten der über 40 ausfliegenden Tiere am Abend fand die Veranstaltung einen gelungenen Abschluss.

Die Teilnehmer der Veranstaltung konnten Fledermauskästen bauen und diese mit nach Hause nehmen | Foto: Angelika Schröter
Eine Abendsegler-Kolonie hatte neben der Naturschutzstation Neschwitz Quartier bezogen. Alle Teilnehmer der Veranstaltung warteten gespannt auf den Ausflug der über vierzig Tiere. | Foto: Angelika Schröter

Die Fledermausschulung in Vielau startete am 24. Mai mit einer Abendaktion: Im Nachbarort wurden an einem Teich Fangnetze gespannt, um die dort jagenden Fledermäuse zu erfassen. Die sieben Teilnehmenden konnten die Fledermausbestimmung an der Wasser-, Rauhaut- und Zwergfledermaus beobachten und dann sogar selbst vornehmen. Alle Teilnehmer erhielten eine detaillierte Einführung in die Fledermausbestimmung und konnten bei der Vermessung der Präparate das gelernte Wissen gleich anwenden. Unterstützt wurde die Veranstaltung durch die Fledermausmarkierungszentrale des Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, das Fledermauspräparate und Bestimmungsmaterial auslieh.


Der Fang von Fledermäusen geschieht mit speziellen feinmaschigen Netzen. Regionaler Fledermausexperte Joachim Frömert erklärt das Vorgehen. | Foto: Heiko Goldberg
Teilnehmer der Veranstaltung konnten sich mit Bestimmungsschlüssel, Lupe und Messzeug an die Bestimmung von Fledermauspräparaten heranwagen. | Foto: Bianka Schubert

Die nächste Schulung findet unter dem Motto „Fledermaus-1x1 in Theorie und Praxis“ am 26. Juli in der Ökologischen Station Borna-Birkenhain statt. Interessenten bekommen hier eine theoretische Einführung zu Fledermäusen sowie die Möglichkeit, Fundtiere im Gelände zu erfassen und zu pflegen. In einem praktischen Teil werden Kastenkontrollen im näheren Umfeld der Ökologischen Station durchgeführt. Das Seminar ist kostenfrei. Rückfragen und Anmeldungen bitte per Mail an bianka.schubert@NABU-Sachsen.de.


In Kooperation mit der Naturschutzakademie der Sächsischen Landesstiftung für Natur und Umwelt


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