Artenschutz trifft Plattenbau

Der große Abendsegler ist eine sehr häufige Art in Dresden und den vorhandenen Plattenbauten. | Foto: Eckhard Grimmberger

Unsanierte Plattenbauten bieten bekanntermaßen zahlreichen Tieren heimlichen Unterschlupf. Die Plattenfugen in horizontaler wie auch vertikaler Richtung kann durch Mauersegler, Haussperling, Blau- und Kohlmeise, Hausrotschwanz und vor allem auch Fledermäuse genutzt werden. Gleich mehrere Fledermausarten wurden in den vergangenen Jahren an Plattenbauten festgestellt: Abendsegler, Zwerg- und Zweifarbfledermaus sowie Breitflügelfledermaus - um nur die Häufigsten zu nennen.

Ein großes Plattenbaugebiet gibt es in Dresden-Klotzsche: die Klotzscher Höfe. Innerhalb einer umfangreichen Vorkartierung wurden hier große Fledermausquartiere, insbesondere vom Abendsegler, bekannt. Neben den Plattenfugen nutzen die Tiere vor allem auch den Drempel (Kaltdachbereich) als Schlafstätte. Trotz der ungemütlichen Vorstellung, dass sich Fledermäuse in den mit Mineralwolle ausgelegten Hausbereich wohl fühlen, kommt das häufig bei dieser Artgruppe vor.

Die Klotzscher Höfe wurden nacheinander von 2013 bis 2017 vollumfänglich saniert mit starker Rücksichtnahme auf die Artenschutzbelange. Es wurde ein neuer Kastentyp entwickelt, der einer Plattenfuge ähnelt um Fledermäusen den Umzug in die neuen Quartiere zu erleichtern. Nachkontrollen der Ersatzmaßnahmen haben gezeigt, dass die Tiere nach und nach die neuen Kästen besiedeln - sowohl im Sommer als auch im Winter. Die dominante Art in dem Gebiet ist der Abendsegler, der auch tagsüber häufig aus den Quartieren schnatternd zu hören ist.

Für die umgesetzten Maßnahmen wurde die Wohnungsbaugenossenschaft mit der Plakette "Fledermaus komm ins Haus" gewürdigt.



Fledermaus gefunden?

Aktuell

Vom LfULG ist ein neues Faltblatt zur Nordfledermaus erschienen und ...

Am 16.-18.07.2021 wurde eine Veranstaltung durchgeführt, mit dem ...

In den über 20 Jahre alten Fledermausquartieren haben sich ...


Termine

Alle Termine

Diese Maßnahme wurde 2018–2020 mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes. Die Förderung erfolgt durch das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft.