Fledermauserfassung in Geyer

Auf der Suche nach der Nordfledermaus

Netzfang inmitten der Felsformation in der Binge Geyer. | Foto: Heiko Goldberg

Was macht die Nordfledermaus nach der Wochenstubenzeit? Schwärmt sie bereits, wie viele andere Fledermausarten - wenn ja, wo? 

Mit dieser Frage im Hinterkopf und dem Wissen, dass diese seltene Fledermausart schwerpunktmäßig im Erzgebirge vorkommt, rückte die Region um Geyer in das Interesse von Fledermauskundlern. Die Felsformationen der Greifensteine und Binge bieten vielversprechende Spaltenstrukturen für heimische Fledermäuse. So wurde bereits im vergangenen Jahr der Beschluss gefasst, dort eine Erfassung unmittelbar zum Ende der Wochenstubenzeit anzusetzen.

Bei sternenklarem Himmel ohne Mond und Wind, bei angenehmen 19°C, startete erstmalig das Camp in Geyer.

Einer der sechs Netzfang-Standorte an der Binge. | Foto: Heiko Goldberg
Männchen der Zweifarbfledermaus in Geyer. | Foto: Anja Fritzsche

Obwohl der Erfassungstermin mitten in der Woche angesetzt wurde, kamen erfreulicherweise 18 Personen. 

Die Zielarten Nord- und Breitflügelfledermaus wurden zu Beginn ihrer Schwärmzeit gefangen und genau untersucht. Das Schwärmen begann um 23:30 und dauerte bis 01:15 Uhr. Die Beifänge der Zweifarbfledermaus und andere Fledermausarten bereicherten die Nacht.

Insgesamt wurde Nordfledermaus (2 Männchen, 1 Weibchen), Breitflügelfledermaus (4 Männchen), Zweifarbfledermaus (3 Männchen), Braunes Langohr (10 Männchen, 5 Weibchen), Große Bartfledermaus (1 Männchen), Mausohr (2 Männchen) und zwei männliche Zwergfledermäuse mittels Netzfang nachgewiesen.

Einige Teilnehmer der Erfassungsaktion in Geyer | Foto: Bernd Ohlendorf

Die Teilnehmer hatten viel Freude und neue Erkenntnisse wurden gewonnen. Die gute Vorbereitung des Camps durch das Team Marko Eigner und Bianka Porschien trug zum Erfolg der Exkursion in der Binge bei. Die Quartiere in der Baude an den Sprungschanzen von Geyer sind erstklassig.

In Vorbereitung ist ein Fledermaus-Camp im Oktober 2023 an den Greifensteinen, zum großen „Singen der Zweifarbfledermaus“. Nähere Informationen werden rechtzeitig mitgeteilt. Die Veranstaltung lässt sich vorab nicht genau terminlich planen, da die besondere Wettersituation im Herbst beachtet werden muss. Es wird hierzu kurzfristig eingeladen.


Text: Bernd Ohlendorf & Marko Eigner

Die Erfassung wurde als Zusammenarbeit zwischen dem NABU LFA Fledermausschutz Sachsen und dem Arbeitskreis Fledermäuse Sachsen-Anhalt e.V. durchgeführt


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