Engagierte Quartierpaten bei der Fledermausnacht im Kloster Altzella gewürdigt

NABU Sachsen und LaNU vergeben die Plakette „Fledermaus komm ins Haus“

Die neue Plakette „Fledermaus komm ins Haus“ wurde am Abend des 19. August 2022 an das Kloster Altzella und 11 weitere Quartierpaten verliehen. | Foto: Ina Ebert

Ein Braunes Langohr, das mit seinen großen Knopfaugen besonders viel Sympathie weckt, ist auf der neuen Plakette „Fledermaus komm ins Haus“ zu sehen. Bei der Fledermausnacht im Kloster Altzella am 19. August konnten sich elf Fledermaus-Quartierpatinnen und -paten über diese Auszeichnung freuen. Die zwölfte Plakette erhielt das Kloster selbst, das einer Kolonie Mausohren Quartier bietet.

Seit diesem Jahr arbeiten der NABU Sachsen und die Sächsische Landesstiftung für Natur und Umwelt (LaNU) gemeinsam im Fledermausschutz. Die 2001 von der LaNU gestartete Aktion „Fledermaus komm ins Haus“ geht nun mit dem seit 2018 bestehenden NABU-Projekt „Quartierpaten für Fledermäuse gesucht“ eine Kooperation ein. Beide Aktionen würdigen Menschen, die Fledermäusen ein Zuhause geben und sie schützen wollen.

Mit der Auszeichnung engagierter Quartierpatinnen und -paten wurde das neue Bündnis gestartet. In der urigen Klosterscheune begrüßte Dr. Gröger vom Sächsischen Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft die Teilnehmenden. Bianka Schubert vom NABU Sachsen berichtete über die lange Geschichte des Fledermausschutzes in Sachsen und begeisterte mit interessanten Fakten über die Jäger der Nacht. Tatjana Röther von der LaNU blickte zurück auf mehr als 20 Jahre „Fledermaus komm ins Haus“ und leitete damit zur Auszeichnung  über.

Auszeichnung mit der neuen Plakette „Fledermaus komm ins Haus“

Die Plakette „Fledermaus komm ins Haus“

Während der Verleihung gaben die Ausgezeichneten kleine Anekdoten über die Erlebnisse mit „ihren“ Fledermäusen preis: eine Mopsfledermaus im Keller, eine Breitflügelfledermaus am Dachgiebel oder ein neuer Kasten als tierisch gutes Immobilienangebot. Das abendliche „Fledermaus-Fernsehprogramm“ am eigenen Haus, so die Meinung der Ausgezeichneten, ist ein gern gesehenes Schauspiel im Sommer.

Eine neue Fledermausausstellung, sie kann auch ausgeliehen werden, vermittelte auf 12 Bannern den Besucherinnen und Besuchern weitere Einblicke in das Leben der Fledermäuse. Ein Imbiss mit regionalen Köstlichkeiten stärkte alle Gäste für die bevorstehende Fledermaus-Exkursion im Klosterpark Altzella, die von Roland Heuser aus Dresden geleitet wurde. Er berichtete beispielsweise, dass eine Wasserfledermaus ihren Schwanz als Kescher nutzt und bis zu 4 000 Stechmücken frisst, in einer Nacht! Und als mittels Detektor eine Breitflügel-Fledermaus zu hören war, schwärmte er in bildhafter Sprache vom Traktor unter den Fledermäusen.

22 von 25 heimischen Arten sind bereits in Sachsen nachgewiesen. Immerhin 10 Fledermausarten sind auf menschliche Bebauungen als Zufluchts- und Reproduktionsstätte angewiesen. Doch auch im Fledermausschutz ist ein Generationswechsel im Ehrenamt in Sicht. Deshalb wollen sich NABU und LaNU gemeinsam dafür stark machen, neue Fledermauseltern und Quartierpatinnen und -paten zu finden.

Weitere Bewerbungen um eine Plakette „Fledermaus komm ins Haus“ sind hier möglich.


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Diese Maßnahme wurde 2018–2020 mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes. Die Förderung erfolgt durch das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft.